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Wie Offshoring konfliktfrei funktioniert

Wie Offshoring konfliktfrei funktioniert

Statt im Inland händeringend nach Fachkräften zu suchen, die beispielsweise den eigenen Webshop weiterentwickeln, beschäftigen immer mehr Unternehmen Freelancer aus dem Ausland. Das allerdings birgt durchaus Konfliktpotenzial. SHOPMACHER-Geschäftsführer Manuel Ludvigsen-Diekmann und Lars Jankowfsky, Gründer von GRADION (ehemals NFQ Asia), wissen, welche Faktoren für die erfolgreiche Zusammenarbeit wichtig sind.

In Deutschland fehlen rund 109.000 IT-Experten, zeigt die aktuelle Analyse des Branchenverbands Bitkom. Und die Mehrheit der deutschen Unternehmen erwartet, dass sich der IT-Fachkräftemangel in Zukunft weiter verschärfen wird. IT-Outsourcing kann helfen, eigene Personallücken in der IT zu füllen. Immer mehr Unternehmen halten dabei nicht nur nach Freelancern in Deutschland Ausschau, sondern rekrutieren ihre Programmierer gezielt in Ländern wie Litauen, Indien, Thailand, Vietnam, Kambodscha oder - zumindest bis Anfang März - auch in der Ukraine und Russland.

Doch nicht immer hält die Zusammenarbeit, was in Vorgesprächen zu Off- oder Nearshoring vereinbart wurde. Schnell ist die Enttäuschung groß - und das nicht nur auf Seiten des Auftraggebers, sondern auch bei den Auftragnehmern. Dabei sind viele Probleme Konsequenz eines Grabens im Kopf. Wer die Entwickler in anderen Teilen der Welt nicht als Mitglied des eigenen Teams versteht, sondern als Entwickler zweiter Klasse, die die langweiligen Jobs erledigen, zu denen die eigenen Entwickler keine Muße haben, darf sich nicht wundern, wenn "die da" am nächsten Tag nicht mehr zur Arbeit erscheinen oder von Tag zu Tag unmotivierter werden. Denn getreu dem Motto der "Bremer Stadtmusikanten", "etwas Besseres als das findet sich allemal", kann jeder Entwickler egal wo auf der Welt schon am nächsten Tag in einem neuen Job arbeiten.

Dass Englisch zur Amtssprache wird, müssen alle akzeptieren

Eine relevante Veränderung im Unternehmen, die Offshoring unabdinglich mit sich bringt, vom bestehenden Team aber nicht immer sofort akzeptiert wird, ist die Tatsache, dass Englisch künftig zur Amtssprache wird. Nur wenn die komplette Kommunikation konsequent auf Englisch umgestellt wird, lässt sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft vermeiden und sicherstellen, dass die Offshoring-Kollegen nicht nur ausgewählte Informationen erhalten, sondern am kompletten Informationsfluss teilhaben können.

Schlussendlich scheitern Offshoring-Projekte mitunter auch an falschen Vorstellungen. "Entwickler:innen im Offshoring sind günstiger zu haben als hierzulande" ist so einer. Abhängig vom Standort des Unternehmens kann dies nämlich wahr oder falsch sein. Im Schnitt muss für einen Senior DEV in Vietnam mit einem monatlichen Kosten von 7.000 Euro kalkuliert werden. In Großstädten wie Berlin oder München werden Unternehmen über diese Summen wahrscheinlich müde lächeln. In ländlicheren Gebieten hingegen dürfte das heimische Lohnniveau ähnlich sein. Darüber hinaus sollten Unternehmen nicht davon ausgehen, im Ausland auf Entwickler:innen zu treffen, die Erfahrungen mit heimischen Software-Tools wie Shopware 6, Spryker oder commercetools haben. Auch bei outgesourcten Mitarbeitenden muss in Ausbildung investiert werden - 15 Prozent Churnrate inklusive.

Ein nachhaltigerer Ansatz ist es, statt in Geld in Verfügbarkeiten zu denken. Der größte Vorteil, den Offshoring bietet, sind nicht niedrigere Stundensätze, sondern verfügbare Entwickler:innen.

Bei Fragen rund um unseren Zusammenarbeit mit unseren vietnamesischen Kolleg:innen wendet euch gern an Julia:

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Julia Wilkens

Julia Wilkens

Head of People & Culture