Mit Shopmacher als Umsetzungspartner setzte sich das Team eine extrem kurze Deadline. In nur acht Wochen sollte ein Minimum Viable Product (MVP) stehen, das die wichtigsten Geschäftsprozesse abdeckt und als Proof of Concept (POC) die Basis für die Ablösung des Hauptshops legen. Die kurze Zeitspanne sollte das Team dazu zwingen, den Fokus nicht zu verlieren und sich selbst zu disziplinieren. "Bei diesem Timing war klar: Wir müssen sauber priorisieren, uns auf die wichtigsten Geschäftsprozesse konzentrieren und die Frontend-Features definieren, die einen echten Mehrwert bieten", sagt Carsten Dütschke, Head of Development bei den Shopmachern. "In solchen Projekten wird die Technik zur Nebensache. Wichtig ist, wer wann was entscheidet."
Vier Punkte standen am Ende auf der To-do-Liste:
Aufbau eines Basisfrontends, das gezielt erweitert werden kann.
Definition von Produkttypen (z.B. Basisinformationen, Attributierung)
Anbindung von Nekom als Cloud-ERP zur Abdeckung der notwendigen Datenprozesse
Einbindung des Payment Service Providers Mollie
Für die technische Implementierung entschied sich Bravobike für einen modernen, cloudbasierten und API-gesteuerten Ansatz. Der Kern besteht aus commercetools Composable Commerce und commercetools Frontend, die eine flexible und skalierbare E-Commerce-Plattform bieten, die auf MACH-Prinzipien basiert und es Unternehmen ermöglicht, ihr Handelsgeschäft mit vollständiger Kontrolle über ihre kundenorientierte Schicht zu führen. Für die Abwicklung der Geschäftsprozesse entschied man sich für Nekom. "Nekom ist im Kern eigentlich eine Middleware", erklärt Dütschke. "Die Lösung bringt aber auch einige PIM- und ERP-Funktionen mit, die einen schnellen Start für ein MVP ermöglichen. Und genau das war unser Ziel." Abgerundet wird der Tech-Stack durch Mollie als Payment Service Provider.
Eine weitere Besonderheit des Projekts war die unkonventionelle Rollenverteilung: Bravobike übernahm das Projekt- und Anforderungsmanagement nämlich in Eigenregie, während Shopmacher zwei Entwickler stellte, die eng mit dem Kunden zusammenarbeiten. Ergänzend zum operativen Implementierungsprojekt haben zudem Berater aus der Shopmacher Consulting Unit Konzepte zur Systemarchitektur beigesteuert - etwa Systemvisualisierungen, Datenflussmodelle, Entscheidungsvorlagen. Dieses Vorgehen ermöglichte Bravobike eine hohe Flexibilität und Kontrolle über den Entwicklungsprozess, erforderte aber auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung und technischem Verständnis auf Kundenseite.
Ein unerwartetes Hindernis stellte die nicht vollständige Integration des gewählten Payment-Providers dar. Weil der Payment-Provider nicht alle erforderlichen Funktionen bereitstellte, wurde die Lösung kurzerhand von den Shopmachern angepasst und ergänzt.