Erleben, wie der Look wirkt, bevor der Kunde bestellt
Bei engbers können Kunden auf der Produktdetailseite ein Foto von sich hochladen und das Kleidungsstück an sich selbst sehen. Seit Juli 2026 live, gebaut mit Google Vertex AI. Wie der Service funktioniert, was er kostet und wo er an Grenzen kommt.
engbers gehört seit 2000 zu den Online-Pionieren der Fashionbranche, und wir begleiten die digitale Entwicklung des Herrenausstatters seit 2009. Im Juli 2026 ist auf der Produktdetailseite eine virtuelle Anprobe dazugekommen. Wer wissen will, wie eine Farbe zum Rest wirkt oder ob das Material zum eigenen Stil passt, lädt ein Foto von sich hoch und sieht es, statt es sich vorzustellen. Die Funktion ist mobil verfügbar und öffnet sich als eingeblendetes Fenster direkt auf der Produktseite. Wir sind noch in der Hypercare-Phase, messen die Nutzung und bauen nach, was sich im echten Betrieb zeigt.
So sieht das im Shop aus
Der Weg des Bildes
Foto im Frontend
Der Kunde wählt ein Foto direkt auf der Produktseite. Das Frontend prüft Format und Größe vor dem Upload.
Unser Dienst auf AWS
Aus AWS-Komponenten zusammengestellt. Er sichert die Schnittstelle gegen Missbrauch ab, verwaltet die Zugangsdaten und holt das Produktbild dazu.
Google Vertex AI rechnet
Kundenfoto und Produktbild gehen rein, ein Ergebnisbild kommt heraus.
Zurück zum Kunden
Denselben Weg zurück ins Frontend, gekennzeichnet gemäß Artikel 50 EU AI Act.
Die eigentliche Arbeit steckt nicht im Modell, sondern in der Schicht davor. Welche AWS-Komponenten wir dafür zusammengestellt haben und warum, zeigen wir gern im Detail.
Was mit dem Foto des Kunden passiert
Es bleibt auf dem Gerät
Dauerhaft liegt das Foto nur im Browser des Kunden. Für die Berechnung wird es einmal übertragen, aber nicht gespeichert.
Ohne Zustimmung passiert nichts
Der Kunde stimmt aktiv zu, bevor er ein Foto auswählt. Festgehalten wird die Zustimmung zusammen mit dem Einwilligungstext, der ihm dabei angezeigt wurde.
Der Kunde behält die Kontrolle
Er kann die Bilder jederzeit löschen, indem er die Website-Daten in seinem Browser entfernt. Ein neues Foto überschreibt das alte.
Was eine Anprobe kostet und dauert
Zahlen aus dem Livebetrieb, Stand Juli 2026.
Die Fragen, die der Datenschutz stellt
Die Einwilligung ist ein eigener Schritt im Prozess, vor dem Upload. Der Kunde wird informiert und muss aktiv einwilligen. Erst dann wird der Button entsperrt und die nächste Interaktion ist möglich.
Ja. Wir speichern die Einwilligung und die zu dem Zeitpunkt gültige Version der Einwilligung. Ändert sich die Formulierung später, bleibt nachvollziehbar, wem wann was gesagt wurde.
Im Browser des Kunden. Für die Berechnung wird das Foto einmal übertragen, gespeichert wird es dabei nicht.
Die Bilder verschwinden, wenn die Consent-Session wechselt, wenn der Kunde die Website-Daten in seinem Browser löscht oder wenn er für denselben Artikel ein neues Foto hochlädt.
Ja, so wie Artikel 50 des EU AI Act es für synthetische Bildinhalte verlangt.
Wo das Verfahren an Grenzen kommt
Sechs Punkte aus unseren Tests und dem Livebetrieb. Manche liegen am Modell, manche an der Technik drumherum. Wer eine virtuelle Anprobe plant, sollte sie vorher kennen.
Die Passform prüft es nicht
Das Modell rendert das Kleidungsstück auf das vorhandene Foto und macht die Person dabei etwas schlanker. Es zeigt Farbe, Material und Kombination, nicht Größe und Sitz. Diese Erwartung darf gar nicht erst entstehen.
Accessoires werden erfunden
Bei Fliegen, Krawatten und Schuhen halluziniert das Modell. Für diese Kategorien haben wir die Funktion nicht ausgerollt.
Inszenierte Produktbilder stören
Aufwendig inszenierte Produktbilder erzeugen Artefakte im Ergebnis. Je klarer das Ausgangsbild, desto brauchbarer die Anprobe.
Der Upload war die Hürde
Das 6-MB-Limit der Lambda war die eigentliche technische Grenze. Hochauflösende Fotos und Apple-Formate ließen sich anfangs nicht hochladen, das haben wir nachgerüstet.
Ohne lokalen Speicher keine Anprobe
Wer im privaten Modus surft, kann die Funktion nicht nutzen, weil die Bilder lokal abgelegt werden. Darauf muss der Kunde verständlich hingewiesen werden.
Produktdaten bleiben, wie sie sind
Das war die angenehme Überraschung. Weder eine Sonderaufbereitung noch neue Produktbilder waren notwendig, das Modell arbeitet mit dem Bestand.
Hypercare heißt, wir sind noch nicht fertig
Mit dem Livegang ist eine Funktion wie diese nicht abgeschlossen. Seit Juli messen wir, wo Nutzer abbrechen, und arbeiten die Stellen ab, die im echten Betrieb auffallen.
Die ersten Rückmeldungen zu den Ergebnisbildern sind positiv. Für belastbare Aussagen zu Conversion oder Retouren reicht die Datenbasis aber noch nicht, die bauen wir gerade auf.
Lohnt sich das für Deinen Shop?
Eine virtuelle Anprobe ist kein Plugin, das man einschaltet. Für manche Sortimente lohnt sie sich, für andere nicht. Der Aufwand steckt in Einwilligung, Bildpipeline und Fehlerfällen. Wir schauen uns Dein Sortiment an und sagen Dir, ob es passt.