Wenn die Systemarchitektur rund um einen in die Jahre gekommenen Onlineshop immer komplexer wird, leiden oft Performance und Updatefähigkeit. Doch wie optimiert man ein solches Gebilde, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden? Vor dieser Frage stand servoprax, ein etablierter Großhändler für Medizinprodukte und Medizinzubehör. Also bat das Unternehmen die Shopmacher um Hilfe, den Betrieb seines Online-Shops zu übernehmen und zukunftsfähig zu machen. Die Agentur startete erst mit einem umfangreichen Plattform Audit – und bot anschließend an, den Betrieb der Commerce-Plattformen erst einmal zu übernehmen und mit ein paar kleineren Anpassungen einen stabilen Betrieb zu ermöglichen. Danach ging es schrittweise an die Optimierung.
B2B-Onlineshop-Modernisierung
Ergebnis
Januar 2025
Go-Live (Suche)
Oxid
Shopsystem
Battery Included
Suchtechnologie
Projekt-Highlights
- Suchfunktion mit MVP-Ansatz erfolgreich optimiert und ausgerollt
- Entwicklung eines strukturierten Datenmanagements (Vokabelheft) zur Vereinheitlichung von Produktinformationen
- Sanfte Modernisierung ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs
- Vorbereitung auf zukünftigen schrittweisen Systemwechsel
Projekt in Zahlen
Technologie-Stack
Leistungs-Bausteine
Über servoprax
Seit Jahrzehnten ist servoprax ein zuverlässiger Partner für den medizinischen Fachhandel. Als Großhändler für Medizinprodukte und Medizinzubehör hat sich das Unternehmen einen Namen gemacht - nicht nur durch ein breites Sortiment an Markenartikeln, sondern auch durch die Entwicklung und den Vertrieb eigener Produkte. Was servoprax auszeichnet, ist ein tiefes Verständnis für die spezifischen Anforderungen der Branche. Trotz des Erfolgs im klassischen Vertrieb über den Außendienst erkannte servoprax schon vor Jahren die Notwendigkeit, auch den Online-Bereich zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten.
Herausforderung
servoprax steuert ein komplexes E-Commerce-System, das sich über einen Hauptshop und 46 Subshops erstreckt - drei davon befinden sich in den Niederlanden, drei in Österreich und der Rest in Deutschland. Einige dieser Subshops werden von Lizenzpartnern betrieben, während die zentrale Verwaltung bei servoprax liegt. Technologisch wurde die gesamte Architektur rund um eine ältere Oxid-Version aufgebaut. Zwar erfüllt das Design des Online-Shops seinen funktionalen Zweck, doch im Vergleich zu modernen E-Commerce-Plattformen zeigt es deutlichen Optimierungsbedarf.
Über die Jahre wurde das System immer unübersichtlicher. Die Vielzahl an Subshops und die hohen regulatorischen Anforderungen der Medizinbranche - etwa zu Produktkennzeichnungen und Kundenprüfungen - machten das Shop-Management zunehmend kompliziert. Die Folge: Updates wurden zunehmend teurer und fehleranfälliger und die Ladezeiten immer länger. Hinzu kam, dass einige Module aus der vorherigen Entwicklungsphase verschlüsselt waren, was die Fehlerbehebung und Anpassungen zusätzlich erschwerte.
Dennoch hatte servoprax große Pläne. Neben dem B2B Geschäft werden auch die Anforderungen aus dem B2C Bereich immer größer, da die Subshop Lizenzpartner in der Regel direkt an Verbraucher verkaufen. Darüber hinaus ist eine schrittweise Expansion in weitere europäische Länder geplant. Doch das bestehende Shopsystem war diesen Anforderungen nicht gewachsen - es war weder flexibel genug für die strategische Neuausrichtung noch technologisch zukunftsfähig. Eine umfassende Modernisierung war unausweichlich, musste jedoch mit Bedacht erfolgen, um den laufenden Betrieb nicht zu gefährden.
Wir hatten anfangs die Befürchtung, dass die Modernisierung unserer technischen Infrastruktur ein gigantischer Entwicklungsaufwand ist. Dank der Shopmacher konnten wir unsere Ressourcen viel gezielter einsetzen.
Hendrik Narius
Team Lead E-Commerce, servoprax
Umsetzung
Anstatt das bestehende Shopsystem auf einen Schlag zu ersetzen, entschied sich servoprax gemeinsam mit den Shopmachern für einen schrittweisen Modernisierungsansatz. Der erste Schritt war eine umfassende Bestandsaufnahme: Ein Audit sollte zunächst klären, welche Probleme am dringendsten behoben werden mussten und wo eine schrittweise Erneuerung sinnvoll war. Schnell wurde klar, dass die schlechte Performance und die mangelnde Updatefähigkeit die größten Stolpersteine darstellten. Zwar hätte eine Aktualisierung der bestehenden Oxid-Version theoretisch Abhilfe schaffen können, doch der Aufwand wäre vergleichbar mit der Einführung eines komplett neuen Systems gewesen.
Bevor größere Anpassungen umgesetzt werden konnten, mussten die Shopmacher allerdings zunächst das bestehende System stabilisieren, Bugs beheben, technische Schwachstellen ausräumen und eine verlässliche Basis für die anstehenden Optimierungen schaffen. Erst als das System wieder stabil lief, konnten gezielte Modernisierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden.
Den Auftakt der Modernisierung bildete die Optimierung der Suchfunktion - ein zentrales Element im B2B-Geschäft. Die bisherige Suchlösung war ineffizient und sorgte für lange Ladezeiten, die gerade für Geschäftskunden inakzeptabel waren. Nach einer ausführlichen Evaluierung entschied sich servoprax mit Unterstützung der Shopmacher für den Suchanbieter Battery Included, eine leistungsfähige und zugleich kosteneffiziente Lösung. Um die neue Suchfunktion möglichst schonend zu implementieren, wurde sie in einer Minimalversion zunächst nur im Hauptshop von servoprax ausgerollt und unter realen Bedingungen getestet. Erst nach erfolgreicher Stabilisierung soll sie um weitere Features ergänzt und dann schrittweise auf die 46 Subshops ausgeweitet werden.
Die Einführung der neuen Suchfunktion förderte allerdings eine weitere Herausforderung zutage: das hochkomplexe Datenmanagement von servoprax. In der Medizinbranche existieren für viele Produkte unterschiedliche Artikelnummern - teils für Händler, teils für medizinische Register oder Zertifizierungen. Diese Vielfalt führte dazu, dass Datensätze oft unübersichtlich und inkonsistent waren. Hinzu kam, dass die servoprax-Shops in Deutschland, Österreich und den Niederlanden laufen, was zu zusätzlichen sprachlichen Unterschieden führte. Um diese Problematik zu lösen, entwickelten die Shopmacher zusammen mit servoprax ein "Vokabelheft" - eine Art internes Nachschlagewerk, das Produktnummern, Synonyme und branchenspezifische Bezeichnungen systematisch erfasst und vereinheitlicht. So konnte sichergestellt werden, dass die neue Suche nicht nur schneller arbeitete, sondern auch die richtigen Ergebnisse lieferte - unabhängig davon, welche Nummer oder Bezeichnung ein Kunde eingab.
Parallel dazu begannen die Shopmacher mit der Evaluierung eines neuen Content-Management-Systems (CMS), das sowohl technisch als auch wirtschaftlich am besten zu den Anforderungen von servoprax passt. Das Ziel: den Shopbetreibern mehr Flexibilität bei der Pflege von Inhalten zu geben und gleichzeitig die technische Basis für zukünftige Entwicklungen zu legen.

Ergebnis
Durch die schrittweise Optimierung konnte servoprax erste spürbare Verbesserungen erzielen - ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Die Shopmacher konnten viele technische Probleme schwerpunktmäßig durch Analyse, Beratung und smartes Umshiften lösen, statt komplett in die Neuentwicklung zu gehen. "Wir hatten anfangs die Befürchtung, dass die Modernisierung unserer technischen Infrastruktur ein gigantischer Entwicklungsaufwand ist", sagt Hendrik Narius, Team Lead E-Commerce von servoprax. "Dank der Shopmacher konnten wir unsere Ressourcen viel gezielter einsetzen."
Langfristig wird der Shop schrittweise auf eine moderne, skalierbare Architektur umgestellt - ein Prozess, der mit Bedacht angegangen wird, um Risiken zu minimieren und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.
Das Projekt zeigt, dass selbst stark verwachsene und technisch herausfordernde E-Commerce-Systeme modernisiert werden können - wenn man die richtigen Prioritäten setzt und eine durchdachte Strategie verfolgt. servoprax ist auf diesem Weg nun einen entscheidenden Schritt weiter.
Ähnliche Herausforderung?
Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie wir Ihr Commerce-Projekt voranbringen können.
Das könnte dich auch interessieren

Die Guesswork Trap: Warum digitale Projekte scheitern, bevor sie beginnen
Die meisten Digitalprojekte scheitern nicht an der gewählten Technologie, sondern an einer gefährlichen Mischung aus unklaren Ausgangslagen, vagen Anforderungen und unklaren Zuständigkeiten.

Crew Power: Warum die beste Strategie ohne die richtige Mannschaft scheitert
In der Praxis entscheiden häufig nicht Tools oder Budgets über den Erfolg, sondern Menschen.

Die Ausgangslage: Warum ein Fundament aus Zahnstochern jedes Projekt zu Fall bringt
Wer ein Haus baut, prüft zuerst den Baugrund. Wer ein Digitalprojekt startet, ignoriert diesen Schritt oft.