Die wichtigsten ShopTech-Anforderungen 2023
Der Anbietermarkt für Commerce-Lösungen ist in Bewegung. Experten sehen eine Entwicklung hin zu Composable Commerce und Cloud-basierten Lösungen. Wie sollte ein zukunftsfähiges Commerce-System beschaffen sein?
Manuel Ludvigsen-Diekmann, CTO der SHOPMACHER, spricht gemeinsam mit zwei weiteren Commerce-Experten über die wichtigsten ShopTech-Anforderungen für 2023.
In vielen Unternehmen ist die Shop-Software in die Jahre gekommen. IT-Verantwortliche und Commerce-Manager stehen vor der Entscheidung, ihre bisher für den digitalen Handel verwendete Technologie abzulösen und zu erneuern und fragen sich, wie das gelingen kann. Solche Entscheidungen werden für einen längeren Zeithorizont getroffen. Schließlich soll die Lösung „einige Jahre halten“, damit sich die Investition rechnet.
Die große Zahl an Shop-Software-Anbietern und neuen Entwicklungen in der IT-Architektur machen die Auswahl nicht leicht. INTERNET WORLD hat sich bei Commerce-Experten umgehört und sie gefragt: Was macht eine Commerce-Lösung zukunftsfähig? Die Antworten zeigen, wie viele Facetten die Zukunftsfähigkeit von Shopsystemen hat.
3 ENTSCHEIDENDE PUNKTE
Michael Sommer, Director Partner Management bei der Digital-Agentur Diconium, zählt drei entscheidende Punkte für die Zukunftsfähigkeit auf: Integrationsoffenheit, Unterstützung eines Omnichannel-Ansatzes und Zufriedenheit des Unternehmens mit der Lösung.
Mit Integrationsoffenheit ist auf der einen Seite die Einbindung des E-Commerce-Systems in die bestehenden IT-Architekturen gemeint, erklärt er. Auf der anderen Seite bezieht sie sich auf die Flexibilität für Erweiterungen. Die Lösung soll Unternehmen befähigen zu reagieren, wenn sich Anforderungen ändern.
Flexibilität gehört auch zum Omnichannel-Ansatz. „Es gibt immer mehr Touchpoints, immer mehr Daten. Hier schnell agieren oder auch reagieren und neue Anforderungen abbilden zu können, ist ein Schlüsselfaktor“, unterstreicht Sommer.
Jedoch: Eine Lösung, die von den Menschen, die mit ihr arbeiten, nicht akzeptiert wird, bringt wenig. Deshalb ist die Kundenzufriedenheit wichtig. Auch sie hat mehrere Aspekte: Wie fühlt sich die User Experience an? Wie gut ist der Support des Anbieters und auch des Implementierungspartners? Und nicht zuletzt: Wie flexibel ist das Preismodell?
VOM ONLINESHOP ZUR DIGITALEN TRANSAKTION
Das, was Sommer als „Integrationsoffenheit“ bezeichnet, benennt Manuel Ludvigsen-Diekmann, Chief Technology Officer der Commerce-Agentur Shopmacher, als „Konnektivität“. Konnektivität, Kosten und Skalierfähigkeit sind die drei Hauptpunkte, die er als Antwort auf die Frage nach der Zukunftsfähigkeit nennt.
Eine grundlegende Frage bei der Neueinführung oder dem Upgrade einer Commerce-Lösung ist: Wie werden Systeme angebunden? „Welche Systeme gibt es schon? Wie sehen die Datenströme aus?“, konkretisiert der Chief Technology Officer. Zwei weitere Aspekte fließen in die Entscheidungskriterien für eine künftige Lösung ein: die personelle Ausstattung und die Strategie. Welches IT-Team ist im Unternehmen vorhanden? Wo will das Unternehmen in zwei bis drei Jahren hin? „Auf dieser Basis schauen wir, welche Anbieter es gibt, die zu diesen Voraussetzungen passen“, erläutert Ludvigsen-Diekmann den Auswahlprozess.
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