Überblick statt Blindflug – warum Umsatz allein kein Erfolgsindikator für Webshops ist
Die Zukunft des digitalen Handels wird von Playern entschieden, die ihre Strategie knallhart datengetrieben planen. Gerade in Peak-Phasen wie Black Friday oder Weihnachten sollten Händler ihre Daten im Blick behalten. Und zwar die richtigen.
André Roitzsch, CEO der Shopmacher
Datenkompetenz trennt im digitalen Handel inzwischen die Spreu vom Weizen. Während die digitale Elite in Sachen datengetriebene Geschäftsentwicklung mit High-End-Tools operiert, hat das Gros aller Unternehmen seine KPIs oftmals nur unzureichend im Blick.
30 Prozent Umsatzwachstum sehen vielleicht vor dem Vorstand oder in der Bilanz gut aus. Für den Erfolg eines Online-Shops haben sie aber nahezu keine Aussagekraft. Oliver Lucas, Geschäftsführer der E-Commerce-Beratung ecom consulting, mit der wir schon viele Projekte gemeinsam abgewickelt haben, rechnete anhand des Black Fridays vor, dass der Verkauf von 10.000 Handyhüllen zum Preis von 4,99 Euro, die im Einkauf nur 4,20 Euro kosten, zwar 49.900 Euro Umsatz und theoretisch knapp 20 Prozent Marge erzielt. Durch die Logistikkosten zahlt der Händler aber unter dem Strich je Stück zusätzlich 1,50 Euro drauf. Auch beim Umsatzwachstum ist die Frage: Ist der Umsatz auch profitabel?
Welcher stationäre Händler kennt den Offprice-Umsatz in seinem Webshop?
Ein Blick auf Dickschiffe wie Zalando zeigt, welche Daten die echten Profis kontinuierlich monitoren. Dazu zählen die durchschnittliche Anzahl an Bestellungen oder die durchschnittliche Warenkorbhöhe pro Kunde, die durchschnittlichen Customer Acquisition Costs oder der Offprice-Umsatz im Verhältnis zum Gesamtumsatz. Der typische stationäre Händler kennt diese KPI von seinen Kunden meist nicht – weder in der Filiale noch im Netz.
Gerade vor den Rabatt-Tagen wie dem Singles’ Day oder Black Friday sollten die Händler auch berücksichtigen, dass sich bei Marketing-Aktionen Warenkorbstrukturen verändern können. Kaufen Kunden bei einem Händler zu normalen Zeiten im Schnitt vielleicht drei Produkte pro Bestellung, schrumpfen Warenkörbe in Zeiten von Marketingaktionen schnell auf Ein-Produkt-Bestellungen zusammen. Dies allerdings verändere auch die Kostenstrukturen pro verschicktem Produkt. Marketingaktionen sollten daher besser die vorhandene Warenstruktur einigermaßen erhalten und einen Anreiz bieten, mehrere Produkte auf einmal zu kaufen.
Jetzt die gesamte Veröffentlichung in dem „e-commerce Magazin 06/2022“ lesen.
AUCH INTERESSANT
Merch as a Service
Merch as a Service ist eine kuratierte Betriebsinfrastruktur: Wir nehmen bewährte SaaS-Lösungen und orchestrieren sie zu einem funktionierenden Ökosystem – abgestimmt aufeinander, von Anfang an produktionsbereit.
Das Ergebnis: Ein Betrieb, der verlässlich, vorhersehbar und effizient läuft. Kein Vendor Lock-in, keine proprietäre Abhängigkeit – alle Bausteine sind etablierte Marktlösungen, die wir für euch konfigurieren, orchestrieren und betreiben.
Crew Power: Warum die beste Strategie ohne die richtige Mannschaft scheitert
Es mag wie eine Binsenweisheit klingen – unsere Erfahrung zeigt aber, dass diese Perspektive oft nicht ausreichend beachtet wird: In der Praxis entscheiden häufig nicht Tools oder Budgets über den Erfolg, sondern Menschen. Denn was bringt der modernste Tech-Stack, wenn das Team nicht adäquat besetzt ist?
Die wichtigsten ShopTech-Anforderungen 2023
Der Anbietermarkt für Commerce-Lösungen ist in Bewegung. Experten sehen eine Entwicklung hin zu Composable Commerce und Cloud-basierten Lösungen. Wie sollte ein zukunftsfähiges Commerce-System beschaffen sein? Manuel Ludvigsen-Diekmann, CTO der SHOPMACHER, spricht gemeinsam mit zwei weiteren Commerce-Experten über die wichtigsten ShopTech-Anforderungen für 2023.