25. Apr 2024

Im Fokus: Die Macher hinter der Agilität

Von der Praktikantin zur Leitfigur: Lenas Weg zum Team Coach

Sabine Götz Agile Project Manager

Name:

Lena Böing

Position:

Team Coach

Alter:

35

Ausbildung:

B. Sc. Druck und Medientechnologie

„Ich sehe mich wie eine Vertrauenslehrerin in der Schule“

Lena, erzähl uns von deinem Werdegang: Wie hat sich deine Reise von der Praktikantin zum Team Coach bei SHOPMACHER gestaltet?

Ich habe ein Studium der Drucktechnik in Wuppertal absolviert, das auch eine E-Commerce-Vorlesung beinhaltete. Dann musste ich mich um ein Praktikum bewerben und habe etwas in der Nähe meiner Heimat gesucht – und so kam ich zu SHOPMACHER. Im Praktikum hatte ich noch keine feste Position, war aber gleichzeitig im startenden Change-Prozess des Unternehmens involviert. Nach meiner Übernahme begann ich im Support und wechselte dann ins Projektmanagement – das passte zu den Fähigkeiten, die ich mitgebracht habe.

Was motiviert dich, dich kontinuierlich weiterzuentwickeln und welche Rolle spielte SHOPMACHER dabei?

Am Anfang, zu meiner Praktikums- und späteren Übernahmezeit, war alles neu für mich und ich musste mich zurechtfinden. Ich habe viel ausprobiert und fand Vieles spannend. Es war aber nie DAS Ding dabei, für das ich richtig gebrannt habe. Als dann im Zuge des unternehmensweiten Change-Prozesses das Scrum-Framework eingeführt wurde, war ich total neugierig und wollte mehr darüber erfahren. Da gab es plötzlich mit der Rolle des Scrum Masters etwas, das mich sehr interessierte und ich dachte: Das könnte etwas für mich sein!

Wie kam es zu der Entscheidung, die Rolle als Team Coach und nicht als Scrum Master zu definieren?

Als wir 2016 anfingen uns mit agiler Software Entwicklung auseinanderzusetzen, haben wir uns schnell entschieden, dass wir das sehr gut beschriebene Scrum-Framework anwenden möchten. Scrum hat uns geholfen, die agilen Prinzipien in unseren Arbeitsablauf zu integrieren und unsere Arbeit strukturierter und wertezentrierter gemacht. Gleichzeitig mussten wir auch immer einige Modifizierungen vornehmen, damit wir das Framework überhaupt im Dienstleistungs- und Multiprojektkontext anwenden konnten.

Heute setzen wir häufig nur die für uns relevanten Artefakte wie Backlog-Refinement, Daily Stand-ups und Retrospektiven ein und lösen uns teilweise von der klassischen Scrum-Struktur. Wir sehen das als einen Teil unserer agilen Evolution: Wir möchten auch hier unsere Arbeitsweise kontinuierlich anpassen und das Beste aus verschiedenen agilen Ansätzen für uns nutzen.

Wie würdest du die Arbeit eines Team Coaches bei SHOPMACHER beschreiben? Was findest du daran besonders spannend und warum sind Meetings ein so wichtiger Teil deiner Arbeit?

Ich sehe mich ein bisschen wie eine Vertrauenslehrerin in der Schule. Meine Aufgabe ist es, Probleme aus dem Weg zu räumen, damit unsere Fachkräfte ungestört arbeiten können. Neben vielen 1:1 Gesprächen organisiere ich Teammeetings, gestalte teaminterne Prozesse mit und begleite die Weiterentwicklung meiner Kolleg:innen. Das sind viele Meetings, aber meine Rolle bedeutet eben auch viel Kommunikation. Es gibt einen Austausch auf allen Ebenen, und diese Interaktionen sind, da bin ich sicher, essenziell, um effektive, teamübergreifende Kommunikation zu gewährleisten.
Am Ende ist SHOPMACHER mit Schaffung dieser Rolle eine Art Wette eingegangen. Aber die höhere Mitarbeiter-Zufriedenheit, besseres Betriebsklima und eine effizientere Arbeit in den Teams geben uns recht.

Als jemand, der verschiedene Rollen im Unternehmen durchlaufen hat, wie hat sich deine Sicht auf SHOPMACHER und seine Kultur verändert?

Aus meiner anfänglichen Perspektive im Team hat sich eine Gesamtsicht auf unser Unternehmen, unser „Ökosystem“, entwickelt. Für mich ist es wichtig, alle Perspektiven im Blick zu haben, von der einzelnen Person, über das Team bis hin zur übergeordneten Sicht auf SHOPMACHER.

Was sind die Herausforderungen in deiner aktuellen Rolle und wie gehst du damit um?

Ich biete Ideen an, aber ich muss nicht DIE eine Lösung haben. Bei Teammitglied A muss ich auf eine bestimmte Art an Dinge herangehen, bei Person B vielleicht auf eine ganz andere Art. Ich darf neben der Organisatorin auch Coach, Guide und Vermittlerin sein. Ich hätte meinen eigenen Weg nicht so gehen können, wenn ich hier die verschiedenen Rollen nicht innegehabt hätte. Indem ich all das hier ausübe, fühle ich mich wirksam – und das gibt mir viel!

Wie unterstützt dich SHOPMACHER in deiner persönlichen und beruflichen Entwicklung?

Vor allem durch zielgerichtete Entwicklungsgespräche. Ich habe konkrete Ziele und Absprachen, an denen ich mich messen kann. Darüber hinaus hatte ich die Möglichkeit, mit Thankscoach an einem Coaching für Führungskräfte teilzunehmen. Und wenn ich etwas zusätzlich lernen möchte, mich in Meet-ups vernetzen, oder an einem bestimmten Fachkongress teilnehmen will, habe ich gute Chancen, dies auch tun zu können.

Gibt es aktuelle Trends oder Technologien im Bereich Projektmanagement oder Scrum, die dich besonders interessieren?

Ich finde die Frage „Was kommt nach Scrum?“ und „Was ist, wenn Scrum nicht das Richtige ist?“ derzeit sehr spannend und lese dazu viel. Zudem kreisen die Themen aus dem agilen Umfeld auch immer wieder um das Thema “New Work”, das ist mit all seinen Facetten auch immer präsent.

Was würdest du jemandem raten, der einen ähnlichen beruflichen Weg wie du einschlagen möchte?

Ein bisschen Erfahrung braucht es. Entweder, indem man schon in einer ähnlichen Rolle in einem anderen Unternehmen gearbeitet hat (z.B. Scrum Master, Agile Coach) oder wie in meinem Fall im selben Unternehmen eine andere Rolle ausgeführt hat. Ein kompletter “Kaltstart” ist eher schwierig.

Lena, du hast einen beeindruckenden beruflichen Weg bei SHOPMACHER zurückgelegt. Gibt es eine persönliche Philosophie oder ein Motto, das dich in deiner Karriere und deinem Leben begleitet?

Nein, ein richtiges, übergeordnetes Motto habe ich nicht. Ich mag jedoch den Gedanken ‚Egal, wie groß die Herausforderung ist – ich bin damit nicht allein‘ sehr gern. Und das sowohl privat als auch beruflich.

AUCH INTERESSANT

11 Tipps, wie man ein E-Commerce-Projekt auf jeden Fall mit Wucht an die Wand fährt

11 Tipps, wie man ein E-Commerce-Projekt auf jeden Fall mit Wucht an die Wand fährt

In der Kreativitätstechnik gibt es eine Methode, die sich “Flipflop-Technik” nennt. Diese hat nichts mit Badelatschen zu tun, sondern trägt dem Umstand Rechnung, dass die Psychologie der meisten Menschen im Umgang mit negativen Gedanken deutlich kreativer ist als im Umgang mit positiven Vorstellungen. Heißt konkret: Man sammelt alle Punkte, die dazu beitragen könnten, dass ein Vorhaben misslingt, “flipflopt” diese anschließend ins Gegenteil und kommt so sehr schnell zu neuen kreativen Lösungsansätzen – jenseits der üblichen Denk- und Handlungsmuster.

mehr lesen
10 Stolpersteine beim Umbau auf composable Commerce

10 Stolpersteine beim Umbau auf composable Commerce

Wir beleuchten die zehn häufigsten Herausforderungen, die Unternehmen bei der Einführung von composable Commerce begegnen können. Von der Integration verschiedener Systeme bis hin zu Fragen der Kostenkontrolle und Datenmanagement – ein kritischer Blick auf die Fallstricke dieser innovativen Technologie.

mehr lesen
Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner