Sport2000

Case Study

03. Februar 2020

Wie Sport2000 die MACH-Idee mit Leben füllt

Sportberatung auf Augenhöhe – das ist die Mission von Sport2000, mit über 3.500 Stores in 22 Mitgliedsländern einer der führenden europäischen Handelskooperationen unter dem Dach der ANWR Group. Ziel ist es, Kunden europaweit nicht nur Zugang zu exklusiven Marken und neuesten Trends in den Bereichen Bike, Fitness, Lifestyle, Running, Outdoor und Ski zu bieten, sondern durch die Beratung von begeisterten Sportlern und mit Unterstützung innovativer Technologien ein einzigartiges Einkaufserlebnis zu kreieren und allen Kunden die Produkte zu verkaufen, die perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.

commercetools

Shopsystem

MACH-Prinzip

Ansatz

gegründet

Umsatz 2021

Herausforderung

Die Verbundgruppe wollte sich online komplett neu aufstellen und innerhalb kürzester Zeit ein vollumfängliches Online-Business-System auf die Beine stellen, das sich mit den Best-Practise-Benchmarks aus der Branche messen kann, Kunden einen echten Mehrwert bietet und die Kompetenz der stationären Einzelhändler über diverse Plattformen hinweg widerspiegelt. Gleichzeitig wollte man dem Fachhandel eine einfache Möglichkeit bieten, ohne großen Aufwand an der Plattform zu partizipieren.

Quelle: sport2000.de 2022

Umsetzung

Die Anforderungen waren mit Blick auf die Einbindung der stationären Einzelhändler mit ihrer Vielzahl an mehr oder weniger beratungsintensiven Produkten aus diversen Sportarten komplex und mit gängigen Standard-Shopsystemen kaum oder nur mit aufwändigen Individualentwicklungen möglich gewesen. Daher entschied sich die Verbundgruppe auf einen MACH-Stack, der verschiedene Best-of-Breed-Lösungen miteinander kombiniert.

Angesichts der Projektanforderungen fiel die Wahl auf einen Ansatz nach MACH-Prinzipien: Microservices-basiert, API-first, Cloud-native SaaS und Headless. Damit lassen sich für jede Aufgabe in der Prozesskette des Online-Shops Best-of-Breed-Ansätze nutzen. Zudem ist das Tech-Stack flexibel und schnell ausbau- und erweiterbar, die Abhängigkeit von einzelnen Software-Anbietern ist gering, Maintenance-Kosten werden reduziert und die Qualität der eingesetzten Tools ist maximal hoch.

Sport2000-E-Commerce-Manager Tim Wiese ließ sich für die Idee schnell begeistern. „Ich weiß ja, wie behäbig die Monolithen sind“, erzählt er. „Andererseits wusste ich auch, dass die Verbindung diverser Module untereinander zu vielen Schnittstellen und damit gegebenenfalls auch zu Problemen führt.“ Doch der Vorteil, künftig schnell und flexibel agieren und neue Ideen schnell auf die Straße bringen zu können, hat schließlich überwogen.

Zu den großen Herausforderungen im Projekt zählte, die Daten zu Hunderttausenden von Produkten, die von diversen Herstellern in unterschiedlichsten Strukturen und Qualitäten zur Verfügung gestellt werden, so aufzubereiten, dass sie im Shop verwendet werden können. Und schon an dieser Stelle zeigen sich die Vorteile, verschiedene Best-of-Breed-Ansätze cloudbasiert miteinander kombinieren zu können. Die erste Station, die die Daten nehmen, ist die P2C-Plattform Productsup. Dort werden die Daten über verschiedene Regelwerte automatisch sortiert und bereinigt, so dass am Ende alle in der gleichen Struktur und Qualität zur Verfügung stehen. Anschließend fließen die Artikeldaten in das cloudbasierte PIM Akeneo. Dort werden sie ebenfalls mit diversen Regeln automatisiert bereinigt, kategorisiert, zusammengefügt, mit Bildern angereichert und veredelt. Ab einem bestimmten Veredelungsgrad gehen die Daten automatisiert und API-basiert über AWS in die zugrunde liegende Shopsoftware commercetools. „Durch den gesamten Prozess können wir sicherstellen, dass wir in commercetools wirklich saubere Artikeldaten nach höchsten Qualitätsstandards haben“, erzählt Shopmacher-CTO Manuel Ludvigsen-Diekmann. „Und alles funktioniert vollautomatisiert nur nach Regelwerken“. 

Die Verknüpfung zwischen den Artikeldaten und den Preisen und Beständen aus dem ERP-System der Sport2000-Händler wird über ein von Shopmacher selbst entwickeltes, ebenfalls cloudbasiertes Tool gelöst, das als zentrale Schnittstelle fungiert. Sobald die verkaufsfähigen Produkte in commercetools vorliegen, werden sie automatisch an die cloudbasierte Suchmaschine Algolia weitergeleitet. „Das ist ein sehr mächtiges Tool, das Nutzern im Frontend sehr schnelle und sehr smarte Suchmöglichkeiten bietet“, erklärt Ludvigsen-Diekmann. „Händler können zum Beispiel entscheiden, welche Attribute suchbar sind oder wie Filter bewertet werden sollen. Darüber hinaus kann Algolia auch lernen und automatisch Produkte vorschlagen.“ 

Alle Daten, die in Algolia ankommen, können automatisch auch schon in Frontastic genutzt werden, die Sport2000 als Frontend-as-a-Service-Lösung zur Visualisierung des Shops nutzt. Um zusätzlich zum statischen Content, der über Frontastic orchestriert wird, auch dynamische Inhalte generieren zu können, hat Shopmacher auch noch das Headless-CMS graphCMS eingebaut, über das das Sport2000-Team beispielsweise den kompletten Blogbereich pflegt. Texte, die für das Frontend gebraucht werden, fließen schnittstellenbasiert in Frontastic und auch in Algolia. Somit werden auch diese Inhalte für die Shopsuche sichtbar.

Wenn User sich im Shop registrieren der Produkte bestellen, gehen die Daten den Cloudweg umgekehrt. Sie werden in commercetools aufgenommen und dann über das Datenverteilungstool der Shopmacher automatisiert auf nachliegende Backend-Systeme wie CRM oder ERP verteilt. Auch der Zahlungsdienstleister Adyen oder das E-Mail-Marketing arbeiten cloudbasiert. „Im Grunde drehen wir mit sechs bis acht verschiedenen Tools eine ziemlich große Prozessrunde“, sagt Ludvigsen-Diekmann. „Und jedes Tool ist keine eierlegende Wollmilchsau, sondern hat eine einzelne Aufgabe, die es besonders gut bewältigt, und so seine Benefits zum Tragen bringt. Das ist der Best-of-Breed-Gedanke, der auf ein Ziel fokussiert: wirklich Qualität nach vorne auszustrahlen.“

Ergebnis

Die Hoffnung, mithilfe eines Best-of-Breed-Ansatzes bei der Shopentwicklung Tempo auf die Straße bringen zu können, hat sich erfüllt. In einer Projektzeit von nur sechs Monaten wurde ein stabiles und skalierbares Grundgerüst für den neuen Online-Auftritt aufgebaut. In den kommenden Monaten geht es darum, dieses Gerüst zu nutzen, um die USP der Verbundgruppe im Web sichtbar zu sein. Die Sorge vor Schnittstellenproblemen, die Projektleiter Tim Wiese zu Beginn ein wenig Kopfschmerzen bereitete, erwies sich größtenteils als unbegründet. Stattdessen wurde die Basis gelegt, um dem Online-Wettbewerb mindestens auf Augenhöhe zu begegnen. Denn ein moderneres Tech-Stack hat aktuell kaum jemand auf dem Markt.

STECKBRIEF

Kunde:

Sport2000

Ergebnis:

B2C Online-Shop für Sportartikel

Web:

sport2000.de

GoLive:

2022

Leistungs-Bausteine:

  • Beratung Systemarchitektur
  • Technische Konzeption & Anforderungsmanagement 
  • Umsetzung Front- und Backend
  • Technischer Support und Ausbau seit Launch

Technologien:

  • Shopsoftware: commercetools

  • Frontend: Frontastic

  • Suchmaschine: Algolia

  • P2C-Plattform: Productsup

  • PIM: Akeneo

  • CMS: graphCMS

  • Payment: Adyen

  • Hosting: AWS

Highlights:
  • 100% MACH in allen Komponenten

  • Komplexe Suche und Filtermöglichkeiten

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